// 01 · Antwortblock
PflegeKIonTour in zwei Sätzen.
PflegeKIonTour ist ein Communityprojekt der Innovationscommunity Community Innovative Pflege, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt über die Förderrichtlinie DATIpilot. Es digitalisiert den Wundmanagement-Prozess in der ambulanten und stationären Pflege: die Abstimmung zwischen Pflege, Hausarztpraxis und Wundmanagement läuft über einen Messenger auf Matrix-Basis, ein Team von KI-Agenten unterstützt die Erstellung des Wundberichts, und das Ergebnis wird über interoperable Standards in das Pflege-Primärsystem übertragen.
Awesome Technologies verantwortet in diesem Verbund das Teilvorhaben „Integration KI-Agenten": die Einbindung des Agenten-Teams in die Messenger-Infrastruktur und die Schnittstelle zwischen Messenger und Primärsystem. Verbundkoordination und Projektleitung liegen bei der Hochschule Hof.
Fördergeber
BMFTR · Förderrichtlinie DATIpilot
Innovationscommunity
Community Innovative Pflege
Förderzeitraum
05/2026 bis 10/2027
Verbundkoordination
Hochschule Hof
Unser Teilvorhaben
Integration KI-Agenten
// 02 · Aufgabenstellung
Warum die Wundversorgung in der Pflege noch ein Papierprozess ist.
An der Versorgung einer chronischen Wunde sind regelmäßig fünf Parteien beteiligt: die Pflegekraft vor Ort, die Sozialstation oder die Wohnbereichsleitung, die Hausarztpraxis, ein spezialisiertes Wundmanagement und die Apotheke. Abgestimmt wird bis heute überwiegend per Telefon, Fax und E-Mail. Jeder Übergang ist ein Medienbruch, jede Rückfrage kostet einen weiteren Anruf, und dieselbe Information wird mehrfach erfasst.
Gleichzeitig steigt der Versorgungsbedarf, die Pflegebedürftigen sind mehrfach erkrankt, Fachkräfte fehlen, und der Dokumentationsaufwand bindet Zeit, die in der Versorgung gebraucht wird. Das Wundmanagement ist damit ein besonders lohnender Ansatzpunkt: ein klar umgrenzter, häufiger und stark abstimmungsintensiver Prozess.
Die Frage des Projekts: Lässt sich dieser Prozess so digitalisieren, dass die Abstimmung in einer gesicherten Kommunikation stattfindet, die Berichterstellung von KI-Agenten unterstützt wird und die Ergebnisse strukturiert im Primärsystem ankommen, ohne dass die Pflegekraft die Steuerung abgibt?
Der Anwendungsbereich bleibt im pflegerischen Leistungsbereich. Die KI-Agenten unterstützen die Berichterstellung und die Übersetzung in Standards. Sie stellen keine Diagnose und leiten keine Therapie ab. Eine Medizinprodukt-Zulassung ist nicht Gegenstand des Projekts.
// 03 · Förderkontext
Ein Communityprojekt im Förderprogramm DATIpilot.
PflegeKIonTour wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt über die Förderrichtlinie DATIpilot gefördert, umgesetzt über den Projektträger Jülich. Gefördert werden darin Vorhaben, die Forschung und Versorgungspraxis für einen konkreten Anwendungsfall zusammenbringen.
PflegeKIonTour ist ein Communityprojekt der Innovationscommunity Community Innovative Pflege. Die Ergebnisse gehen in deren Facharbeitsgruppen ein, damit sie über das einzelne Vorhaben hinaus wirken.
Förderzeitraum ist der 01.05.2026 bis 31.10.2027, die Verbundkoordination liegt bei der Hochschule Hof.
// 04 · Die Rolle von Awesome Technologies
Teilvorhaben „Integration KI-Agenten".
Unser Beitrag hat zwei Teile. Erstens die Einbindung des KI-Agenten-Teams in die Messenger-Infrastruktur, damit die Agenten dort arbeiten, wo die Abstimmung ohnehin stattfindet, und nicht in einem zusätzlichen Werkzeug, das jemand zusätzlich öffnen müsste. Zweitens die Schnittstelle zwischen Messenger und Pflege-Primärsystem, entwickelt gemeinsam mit dem Primärsystem-Hersteller im Verbund, damit der freigegebene Wundbericht strukturiert dort ankommt, wo die Pflegedokumentation geführt wird.
Der Messenger setzt auf dem Matrix-Protokoll auf. Wo es im Projektverlauf möglich ist, wird der TI-Messenger genutzt, andernfalls der auf demselben Protokoll aufsetzende Caritas Messenger. Awesome Technologies ist zugelassener Hersteller für den TI-Messenger, die Erfahrungen aus dem Projekt fließen in diese Entwicklung zurück.
Beide Teile berühren eigene Substanz. Die AMP-Plattform ist auf FHIR-Basis gebaut, das Datenmodell der Übergabe ist damit unser Terrain. Und im KI-Cockpit-Projekt haben wir selbst eine KI-Anwendung für den Pflegealltag entwickelt, die unter menschlicher Aufsicht betrieben werden musste. Wir bringen also nicht nur den Kanal mit, in dem die Agenten arbeiten, sondern Erfahrung auf beiden Seiten der Schnittstelle.
Dazu kommen Support während der Pilotierung und die Aufbereitung der eigenen Entwicklungen für den Transfer. Ist-Analyse, Prozessgestaltung, Schulung und Evaluation liegen bei den Wissenschafts- und Praxispartnern, die Projektleitung bei der Hochschule Hof.
Der Beitrag ist klar umgrenzt: die technische Brücke zwischen gesicherter Kommunikation, KI-Assistenz und Primärsystem. Genau diese Brücke fehlt in der Pflege heute.
// 05 · Was im Projekt entsteht
Ein Agenten-Team im Messenger, ein Weg ins Primärsystem.
// Baustein 01
KI-Agenten als Team, nicht als Einzelfunktion
Dem Agenten, der den Wundbericht formuliert, wird ein prüfender Agent zur Seite gestellt: Verständlichkeit der Sprache, Nachvollziehbarkeit, wundfachliche Plausibilität und die Anforderungen an eine abrechenbare Leistung werden getrennt geprüft, bevor etwas vorgeschlagen wird. Freigeben tut die Pflegekraft. Ihre Korrekturen sind kein Nebenprodukt, sondern gehen als Rückmeldung in die Weiterentwicklung ein.
// Baustein 02
Übersetzung in Standards
Die Übersetzung in interoperable Standards und die Übergabe an das Primärsystem übernimmt ein zweites Agenten-Team. Das Fundament dafür entwickeln Awesome Technologies und C&S gemeinsam: ein FHIR-Profil für die Wunddokumentation, die semantische Kodierung mit SNOMED CT und die Schnittstelle, über die der freigegebene Bericht als strukturierter Datensatz im Primärsystem ankommt.
// Baustein 03
Prozess vor Technik
Vor der Entwicklung steht die Aufnahme des tatsächlichen Prozesses in der ambulanten und in der stationären Versorgung, mit den Pflegekräften, die ihn täglich gehen. Erst danach wird festgelegt, welcher Schritt digital unterstützt wird und welcher bewusst beim Menschen bleibt.
Was am Ende steht
- ein digital durchgängiger, standardisierter Wundmanagement-Prozess für die ambulante und die stationäre Pflege
- ein beschriebener Weg, KI-Agenten in eine Messenger-Infrastruktur einzubinden
- eine offene Schnittstelle zwischen Messenger und Pflege-Primärsystem
- Leitfäden, Schulungsunterlagen und ein Evaluationsansatz für die Zusammenarbeit von Pflegekräften und KI-Assistenz
- ein Vorgehen, das auf weitere Pflegeprozesse übertragbar ist
// 06 · Konsortium und Beteiligte
Wissenschaft, Pflegepraxis und drei Technologiepartner.
Verbundkoordination und Projektleitung: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof, Forschungsgruppe Innovative Gesundheitsversorgung. Verantwortlich für Prozessgestaltung, Schulungskonzepte, Evaluation und den Transfer der Ergebnisse in die Community.
Technologiepartner
- vAudience.AI, Entwicklung und Orchestrierung der KI-Agenten
- C&S Computer und Software, Pflege-Primärsystem, FHIR-Datenmodell und Interoperabilität
- Awesome Technologies, Messenger-Infrastruktur, Integration der KI-Agenten und FHIR-basierte Anbindung an das Primärsystem
Pflegepraxis
Der Caritasverband für den Landkreis Kronach e. V. ist im Unterauftrag am Projekt beteiligt und trägt die Prozessverantwortung für die Erprobung, sowohl in der ambulanten Pflege als auch in einer stationären Einrichtung des Verbands. Die Einrichtungen arbeiten mit einem hohen Digitalisierungsgrad und kommunizieren aktiv über die Telematikinfrastruktur.
Mit der Caritas Kronach arbeiten wir seit 2018 zusammen, dort ist der Caritas Messenger entstanden. Die Geschichte dieser Zusammenarbeit steht auf der Referenzseite zum Caritas Messenger.
// 07 · Stand und Förderhinweis
Laufendes Projekt in der Konzeptphase.
Laufendes Projekt, Förderzeitraum 05/2026 bis 10/2027. Am Anfang stehen die Aufnahme des Ist-Prozesses und das Prozess-, Daten- und Interoperabilitätskonzept. Darauf folgen die technische Entwicklung, die Pilotierung in der ambulanten und der stationären Pflege sowie Evaluation und Transfer. Veröffentlichungen liegen noch nicht vor. Ergebnisse werden in die Facharbeitsgruppen der Community eingebracht und, wo möglich, offen zugänglich publiziert.

„Gefördert durch" — Originaldatei beim Projektträger anfordern
Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Förderrichtlinie DATIpilot. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Seite liegt bei der Awesome Technologies Innovationslabor GmbH.
// 08 · Was das Projekt für uns bedeutet
Drei Substanz-Hebel aus dem Teilvorhaben.
Pflege als eigener Versorgungssektor
Die Pflege ist kein Anhang der Klinik. Sie hat eigene Prozesse, eigene Primärsysteme, eigene Abrechnungslogik und eine eigene Anschlussgeschichte an die Telematikinfrastruktur. Mit diesem Projekt arbeiten wir an einem Pflegeprozess in der Pflegepraxis, mit einem Pflege-Primärsystem-Hersteller am Tisch.
Die Schnittstelle ist das Produktthema
Was hier entsteht, ist genau der Andockpunkt, nach dem Primärsystem-Hersteller und Plattformpartner fragen: ein beschriebener, offener Weg, einen Messenger und eine KI-Assistenz an ein bestehendes Fachsystem anzubinden. Ein Förderprojekt ist der richtige Ort, das offen und nicht als Einzelintegration zu entwickeln.
KI unter menschlicher Aufsicht, zum zweiten Mal
Im KI-Cockpit-Projekt haben wir eine Pflege-KI gebaut, die aufsichtsfähig gemacht werden musste. Hier setzen wir dieselbe Disziplin fort: ein prüfender Agent neben dem generierenden, Freigabe durch die Pflegekraft, Rückfluss der Korrekturen. Das ist keine Compliance-Übung, sondern die Voraussetzung dafür, dass Pflegekräfte einem Werkzeug vertrauen.
// 09 · Methodisches Muster
Welcher Use-Case ist das?
PflegeKIonTour steht für einen abstimmungsintensiven Pflegeprozess mit KI-Assistenz und Primärsystem-Anbindung. Strukturell derselbe Ablauf trägt weitere Pflegeprozesse mit vielen Beteiligten, etwa die palliative Versorgung, die Medikationsversorgung und den Hausnotruf. Dass ambulante und stationäre Versorgung bei einem Träger erprobt werden, macht den Vergleich zwischen beiden Versorgungsformen methodisch belastbar.
