Unserem Projekt TUPF liegt das konkrete Anliegen des Facharztmangels in den ländlichen Regionen zugrunde. Dies führt zu langen Wartezeiten auf einen Termin und überfüllte Warteräume in den Praxen. Hinzu kommt, dass die Praxen in der Regel noch nicht barrierefrei ausgebaut sind. Besonders für Senioren und  vor allem Pflegeheimbewohner und deren Betreuer stellt das ein großes Problem dar. Gerade urologische Untersuchungen sind auch oft mit Schamgefühl verbunden und bedürfen daher einen sensiblen Umgang. Demenzpatienten sind nach einem Besuch bei einem Urologen oft über Tage stark verwirrt.

Gemeinsam mit dem Caritasverband Kronach e.v. entwickeln wir deshalb eine telemedizinische Anwendung für die Vernetzung von Pflegeheim und Arzt, mit der es möglich sein wird, urologische Untersuchungen durchzuführen und eine Ferndiagnose zu stellen. Im System kann der Arzt im gleichzeitigen Betrieb über das Internet das selbe Bild sehen wie die Pflegekraft vor Ort, wodurch eine virtuelle Ko-Präsenz geschaffen wird. Durch den Einsatz von Augmented Reality können virtuelle Inhalte zusätzlich im Kamerabild eingeblendet und bewegt werden, beispielsweise eine visuelle Anleitung des Arztes für die Pflegekraft.Neben der Datensicherheit und einer farbkonstanten Bildwiedergabe steht auch der Einsatz von mobilen Untersuchungsgeräten wie einem Bluetooth-Ultraschallgerät im Fokus der Anwendung. Die Datenkommunikation soll außerdem mit handelsüblichen Smartphones oder Tablets möglich sein. Der Einsatz mobiler Geräte ist nützlich, um längerfristig auch unabhängig von bestehenden Infrastrukturen einsatzfähig zu sein.